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Der Report zum ...

3. Germany Rallye Trail Senftenberg

Es war kalt, es war nass, es war ein großer Spaß! Vom 5.-7. Mai 2005 trat das Team in der Besetzung Flo, Fabi und Andrea zur Feuertaufe beim 3. Germany Rallye Trail in Senftenberg an. Noch ein Tag vorher wurde kräftig am G geschraubt, kurz vor der Abreise war dann alles startklar – bis auf die Hinterachse, da wollte die Sperre nicht recht. Egal, so übereinstimmend die Meinung. Und: Wozu gibt es schließlich so gute Schrauber wie unseren Fabian, von der Beifahrerin immer wieder und gerne auch „der Zauberer“ genannt?!

Schon am ersten Tag war klar: Die Rallye würde harte Anforderungen an Auto und Team stellen. Es war mit vielen sandigen Strecken zu rechnen auf dem ehemaligen Tagebaugelände, gleichzeitig hatte der Wettergott kein Mitleid mit den Offroadfans: Temperaturen unter 10 Grad und Regen waren für die Renntage vorhergesagt. Entsprechend schnell fiel die Entscheidung mit oder ohne Dach zu fahren (Danke, Florian!). Die Sache mit dem KM-Luftfilter, der wie ein Pickel aus einem Loch in der Motorhaube ragte, wurde trotz Sand und Regen erstmal auf nach dem Prolog verschoben. Und der hatte es in sich! Die sechs Runden und rund sechzig Kilometer ließen ahnen, dass der Trail hohe Ansprüche an die Gelände-Gefährte und ihre Besitzer stellen wurden. Aber wir wollten es ja nicht anders. Schließlich sollte erprobt werden, wie fit der GSR für die Wüstenrallye El Chott in Tunesien ist.

In medias res startete die Strecke. Wie hoch die Messlatte schon beim Prolog gesteckt war, bekam einer der drei Trucks gleich nach dem Start zu spüren: Nur etwa 100 Meter später legte er sich schon auf die Seite (siehe Bildergalerie). Flo musste in der dritten Runde vom linken Auspufftopf Abschied nehmen. Nichtsdestotrotz fuhr das Team schon beim Prolog auf Platz elf. Kein schlechter Auftakt, wenn auch nicht ganz ohne Kolateralschäden. Doch der gebrochene Federteller hinten links war dank dem Zauberer und freundlicher Hilfe aus dem Rallyecamp recht schnell repariert. 

Der zweite Tag startete mit der Geschicklichkeits-Sektion. Drei Parcours mit je fünf Toren kitzelten am Schwerpunkt des Gs und an den Nerven der Beifahrerin. Flo meisterte sie bravourös. Am Nachmittag dann die zweite Rundstrecke: sechs Runden à 10 Kilometer durch das an eine Mondlandschaft erinnernde Gebiet. Diesmal mit Original-Luftfilter - dass er unumgänglich war, hatte der Prolog dann doch gezeigt. Furios der Auftakt. Flo machte Tempo, dass es nur so krachte (und zwar im wahrsten Sinne des Wortes). Und schon in der zweiten Runde tauchte Arnd, der eine Minute vor uns gestartet war, in der Windschutzscheibe auf. Mitten in der Aufholjagd, in einer kurzen Anhöhe dann … das Aus! Nichts ging mehr. Getriebeflansch abgeschert. Enttäuschung machte sich breit. Es schien, als wäre es das gewesen.

Aber aufsässig und dickköpfig wie die Gallier gaben Flo und Fab nicht auf. Und so begann am späten Freitagnachmittag irgendwo im wilden Osten in der Nähe von Senftenberg die Jagd nach einem neuen Getriebeflansch. Teil eins: Recherche am Telefon. Tatsächlich fand sich in Senftenberg ein Mercedeshändler, der noch geöffnet war. Also nix wie hin. Schmutzig und schwarz von oben bis unten sorgte unser Einmarsch im glänzenden Mercedestempel doch für, sagen wir mal, viel Beachtung. Doch Flo bewahrte in der kuriosen Situation soviel Contenance wie beim Sprint über die Buckelpiste. „Guten Tag, mein Name ist Roebbeling, wir nehmen an einer Motorsportveranstaltung teil“, stellte er sich trocken vor und erfuhr danach: Hier gibt es keinen Flansch. Aber in Berlin. Entfernung: rund 200 Kilometer. Zeit: Freitagabend, kurz nach viertel vor sechs. Reicht!

Es begann Teil zwei. Mercedes-Senftenberg versprach das Teil bei Mercedes-Berlin zu bestellen. Im Tiefflug schoss das Team über die Autobahn. Ankunft, derselbe Auftritt, dann die Enttäuschung: Senftenberg hatte die falsche Seriennummer durchgegeben. Kein Getriebeflansch da. Aufgeben? Gibt’s nicht! Ein paar schnelle Telefonate, schon war ein Mercedes-Nothilfe-Kurierdienst vom nächsten Mercedeshändler nach Berlin unterwegs. Zeitpunkt: Freitagabend, 19.50 Uhr. Sehr viel später, gegen 22 Uhr, dann der erlösende Moment. Flansch war angekommen, rein ins Auto und im Tiefflug mit Zwischenstopp bei Mc Donalds zurück zum Camp und Hotel. Schnell schlafen, schnell wieder aufstehen, schnell wie ein Wahnsinniger schrauben und siehe da: Am dritten Rallyetag morgens um zehn Uhr war der G, Fabian sei Dank, wieder am Start. Es regnete, es war kalt, die Nacht war kurz, sehr kurz, aber das Strahlen auf Fabians und Florians Gesicht machte alles wett.

Beide Rennen am letzten Tag verliefen recht gut. Der Flansch hielt, dafür gab es eine Reihe anderer Schäden (Komplettübersicht siehe unten). Aber klar war auch, dass ein Platz unter den ersten Zehn durch den Ausfall nicht mehr zu schaffen war. Unter diesem Umständen durfte dann in der letzten Runde sogar die Beifahrerin ran (Danke Florian – und Hut ab vor deinem Mut!). Schließlich und endlich, als das Rennen vorbei war, drehte auch Fabian noch eine wohlverdiente Runde auf dem Parcour. Fazit: Die Schwachpunkte von Auto (und Beifahrerin) wurden aufgedeckt, die To-Do-Liste für die Wüstenrallye El Chott im November erstellt, das frisch zusammen gebackene Team hat sich selbst in den kitzligsten Situationen bewährt.

Hier ein Überblick über die „Schwächelnde-oder-zerschossene-Teile-Bilanz“-Senftenberg 2005:

  • Schweinwerfer vorne rechts
  • Lenkungsdämpfer
  • Felge vorne rechts ausgeschlagen
  • Leck am Simmering vom Differential (Öl läuft aus Achse)
  • Sperre vorn und hinten (hatten aber vorher schon einen Knacks)
  • Bremse hinten
  • Distanzscheibe vorne rechts von 30 mm auf ca. 27 mm abgefräst
  • Nerven der Beifahrerin grenzwertig belastet
  • Ölwanne vom Motor auf Differenzial aufgeschlagen
  • beide Stoßdämpfer hinten geplättet
  • Nerven des Schraubers geringfügig belastet
  • Sitzkasten verbogen
  • Heckklappe ruiniert
  • Flipfront auf beiden Seiten gerissen
  • Frontscheibe gecrackt
  • Federteller hinten links durchgeschlagen
  • linke Rückleuchte gebrochen
  • Getriebeflansch abgeschert
  • Auspufftopf links abgerissen
  • linker Außenspiegel kaputt

 Tunesien, wir kommen!!!

 

 

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